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Frau Prof. Dr. Erika Maier - Vorsitzende des Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion der PDS

Menschen im Bezirk
Frau Prof. Dr. Erika Maier


Zur Person: verheiratet, 3 Kinder, Hochschullehrerin an der HfÖ, wohnt in Biesdorf, PDS-Mitglied


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    Menschen in Marzahn-Hellersdorf

    Prof. Dr. Erika Maier

    Vorsitzende des Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit der Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf und wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion der PDS

    Frau Prof. Dr. Erika Maier arbeitete in den vergangenen Jahren erfolgreich daran, die PDS auf dem Gebiet Arbeit und Wirtschaft im Bezirk als kompetente linke Partei erkennbar zu machen.
    Als wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses setzt sie sich für die hiesigen Unternehmen und Investoren ein.
    Die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe und die Verbesserung der bezirklichen Ausbildungssituation liegen ihr besonders am Herzen.

    Linie 7: Frau Prof. Maier, sie leben und arbeiten in Marzahn-Hellersdorf. Wann und wie kamen sie nach Marzahn?

    Im Januar 1973 bin ich mit meinem Mann und drei schulpflichtigen Kindern von Karlshorst in das grüne Biesdorf gezogen. Damals gab es noch keine Linie 7, keine Allee der Kosmonauten - die Baufahrzeuge fuhren durch meine kleine Straße. Marzahn kam erst später mit der Bildung des 9. Stadtbezirks vor 25 Jahren und Marzahn-Hellersdorf mit der Bezirksfusion 2001.

    Linie 7: Wie können wir uns ihre Arbeit vorstellen?

    Arbeit ist vielleicht nicht ganz richtig - obwohl ich manchmal denke, daß eine normale berufliche Arbeit von 40 Wochenstunden mir mehr Freizeit bieten würde, als mein jetziger Lebensstil.
    Die Mehrzahl meiner Aktivitäten sind durch meinen Beruf bestimmt: Bankkauffrau, Diplom-Finanzwirtschaftlerin, Hochschullehrerin an der Hochschule für Ökonomie.

    Seit 1995 leite ich in der Bezirksverordnetenversammlung den Wirtschaftsausschuss und eigentlich sind die meisten Dinge aus dieser Tätigkeit hervorgegangen. Da sind die Sitzungen des Ausschusses, die wir häufig an Ort und Stelle in den Unternehmen durchführen, aber auch andere Projekte, die sich inzwischen verselbständigt haben. Man sagt mir z.B. nach, die Mutter des Marzahn-Hellersdorfer Ausbildungsoskars zu sein - und in der Tat habe ich ihn vor 5 Jahren "erfunden", um nicht nur über fehlende Ausbildungsplätze zu reden, sondern die Leistungen der Unternehmen anzuerkennen, die sich um die Ausbildung verdient machen.

    Gleiches gilt für die Initiative Helene-Weigel-Platz, die sich um die Verschönerung des schönsten Platzes im Bezirk und nicht zuletzt um die Erhaltung der dort ansässigen Handels- und Dienstleistungseinrichtungen kümmert. Gemeinsam mit dem Architekten Professor Eisentraut führen wir jetzt schon das 25. Gespräch im Alten Rathaus Marzahn mit prominenten Gästen durch - im März mit der ehemaligen Bundesministerin Christine Bergmann.

    Meine meiste Zeit nimmt allerdings das Regionale Netzwerk Siedlungsverbund in Anspruch - eine gemeinsame Initiative von Unternehmen, Wirtschaftsvereinen und dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Sein Ziel ist es, Unternehmen aus dem Bezirk zu unterstützen, Aufträge in der Region zu erhalten. Man spricht viel von regionalen Wirtschaftskreisläufen - wir haben es einfach probiert und können feststellen, daß es funktioniert.
    Die Folge - es gibt wenig Abende, an denen ich zu Hause die Beine ausstrecke und auch der Tag ist voller Termine mit Gesprächen und Vorbereitungsarbeiten am Computer.

    Linie 7: Sie haben Marzahn mitgeprägt. Warum engagieren Sie sich in den o.g. Gremien?

    Warum ich das mache? Ich bin ein Mensch, der gern tätig ist und besser schläft, wenn er am Tage etwas Vernünftiges geleistet hat. Nach der Abwicklung der Hochschule für Ökonomie, an der ich 30 Jahre meines Lebens verbracht habe und einer ganz erfolgreichen Tätigkeit als Unternehmensberaterin nach der Wende stand ich mit der Erreichung des Rentenalters vor der Frage, was ich mit mir und meiner Zeit anfange.

    Nach dem Scheitern unserer sozialistischen Vision schien mir die ganz konkrete Kleinarbeit nützlicher als über Vergangenes zu grübeln oder über neue Gesellschaftsentwürfe nachzudenken. Und da ich kein Fan von Fensterputzen und Staubwischen bin, habe ich mich für die Kommunalpolitik hier in Marzahn entschieden.

    Ich bin mir bewusst, daß die Chancen sehr begrenzt sind, in dieser Gesellschaft tatsächlich etwas für mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze zu tun. Aber diesen kleine Spielraum will ich ausnutzen - die Menschen haben es nicht verdient, daß wir uns einfach zurücklehnen und tatenlos zuschauen.

    Linie 7: Haben Sie Ihre Ziele erreicht?

    Einige für mich wichtige Ziele schon: der Wirtschaftsausschuß leistet eine zuverlässig-kritische Arbeit, der Ausbildungsoskar ist eine inzwischen begehrte Anerkennung für Marzahn-Hellersdorfer Unternehmen, an der letzten Versammlung der Initiative Helene-Weigel-Platz Anfang Februar nahmen fast 100 Bürgerinnen und Bürger teil und dem Siedlungsverbund gehören inzwischen mehr als 230 Unternehmen an.

    Und nicht zuletzt hat sich in Marzahn-Hellersdorf herumgesprochen, daß die PDS nicht nur für die sozialen Probleme der Menschen zuständig ist, sondern auch auf dem Gebiet Arbeit und Wirtschaft gute Ideen hat und tatkräftig aktiv ist. Im übrigen ist Arbeit die letztlich wichtigste Voraussetzung für die soziale Sicherheit der Menschen.

    Linie 7: Was haben Sie sich noch vorgenommen, um die Ziele zu erreichen, wen wollen Sie in den Prozess mit einbeziehen?

    Das Begonnene fortführen und wirksamer machen.
    Das gilt vor allem für den Siedlungsverbund, dessen Zukunftsstrategie mich im Augenblick vor allem beschäftigt. Er muß die Kinderschuhe abstreifen und im Alltag bestehen. Dabei sind alle gefragt, die gute Ideen haben und ihren Hut in den Ring werfen.

    Linie 7: Wie könnte man nach Ihrer Meinung als Bewohner unseres Bezirkes zur Verbesserung des Images der Region beitragen?

    Ich denke, Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Unternehmerinnen und Unternehmer sind in aller Regel gute Botschafter unseres Bezirkes. Das gilt auch für die regionale Presse, weniger aber für manche Journalisten der überregionalen Presse, die für jedes schlechte Ereignis die "Platte" von Marzahn und Hellersdorf bemühen und so auf primitive Weise den mainstream bedienen.

    Linie 7: Wie würden Sie in wenigen Sätzen Marzahn-Hellersdorf jemandem von ausserhalb beschreiben? Was gefällt ihnen besonders im Bezirk?

    Jung und kinderfreundlich, viel grüner als manche glauben und voller Vielfalt, ein attraktiver Wohnstandort mit großen gut erschlossenen Gewerbegebieten - und einem verbreiteten linken Lebensgefühl!

    Linie 7: Was ist Ihr liebster Platz im Bezirk, wo gehen Sie mit einem Besucher zuerst hin?

    Zur Wuhle, in die fernöstlichen Gärten und natürlich zum Helene-Weigel-Platz.

    Linie 7: Was nervt sie besonders im Bezirk?

    Daß in der Bezirksverordnetenversammlung durch persönliche Profilierung und Parteiengezänk von Vertretern einiger Parteien die Belange der Bürgerinnen und Bürger wie auch der Unternehmerinnen und Unternehmer zu kurz kommen.

    Linie 7: Welches Restaurant können Sie uns empfehlen?

    Den Griechen HERKULES und die Remise (früher Alte Post) in der Oberfeldstraße.

    Linie 7: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

    Frieden und mehr soziale Gerechtigkeit - kleiner habe ich es leider nicht!

    Linie 7: Frau Prof. Maier, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.
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