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Gedenkstein für die ermordeten Sinti und Roma auf dem Marzahner Friedhof
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Frank Wassmuth, Marzahn
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    Die schwarze Seite der Medaillen


    Während die Sportler der Welt bei den Sommerspielen 1936 in Berlin um Medaillen kämpften, spielte sich in Marzahn ein schwarzes Kapitel dieser braunen Zeit ab. Um die Weltöffentlichkeit über die tatsächlichen Verhältnisse in Deutschland zu täuschen, hatten die Nazis für ein "sauberes" Stadtbild gesorgt.

    Zahlreiche Antifaschisten wurden in "Vorbeugehaft" genommen, um Proteste zu verhindern, antisemitische Losungen und Verbotsschilder wurden entfernt, um die Judenverfolgung zu vertuschen.Um die schlechten Lebensbedingungen der in Berlin weilenden Sinti und Roma, geringschätzig als "Zigeuner" bezeichnet, wurden diese in einem Lager am Falkenberger Weg in Marzahn, unweit des Friedhofes zusammengefaßt, um sie dem Blick der Olympioniken und der Besucher und vor allem der zahlreich anwesenden Weltpresse zu entziehen.

    Unter unwürdigen Bedingungen hausten in dem als "Zigeunerrastplatz Marzahn" bezeichneten Ghetto die Menschen in Wohnwagen und Baracken.Die Reichshauptstadt war während der Spiele "zigeunerfrei", ein Probelauf für ein Verfahren, das gegen Juden in den folgenden Jahren massenweise angewendet werden sollte.

    Der sog. Zigeunerrastplatz in Marzahn "Zigeunerrastplatz Marzahn" im Jahre 1936

    Auch nach dem Ende der Olympiade wurde das Lager nicht wieder aufgelöst. Im Jahre 1937 kam eine Baracke für die Polizei und eine sogenannte "Schule" dazu.

    1938 hausten in dem Lager 852 Sinti und Roma. Durch die geringen Lebensmittelrationen, die man zur Verfügung stellte und die unzureichenden sanitären Verhältnisse war die Kindersterblichkeit sehr hoch. Genaue Zahlen über die Opfer dieser Ghettoisierung liegen nicht vor.Bis zur "Abschiebung in den Osten", wie die spätere Deportation zynisch genannt wurde, gelang es einigen Lagerinsassen, bei Marzahner Bauern beschäftigt zu werden, wofür sie zwar keinen Lohn, aber Verpflegung erhielten.

    Mitte 1939 wurde geplant, das Lager in ein reguläres KZ umzuwandeln, durch den ausbrechenden Krieg wurden die Pläne aber nicht realisiert.Wann das Lager wieder aufgelöst wurde, ist nicht bekannt, jedoch dürfte der letzte Termin der 1. März 1943 gewesen sein. An diesem Tag wurden im gesamten deutschen Reichsgebiet "Zigeuner" und "Zigeunermischlinge" inhaftiert und in das sogenannte "Familienlager"Auschwitz-Birkenau verbracht, wo die meisten von ihnen in den Gaskammern ermordet wurden.

    Ein Gedenkstein auf dem Marzahner Friedhof erinnert an das Schicksal der in Marzahn zusammengetriebenen Sinti und Roma und an die schwarze Seite der Medaillen von 1936.

    Quellen: -Geelhaar/Tobian: Das alte Dorf Marzahn, Geschichtskabinett Berlin Marzahn, 1989- und: Berlin-Marzahn Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Bezirksamt Marzahn von Berlin, 1994; Bezirksamt Marzahn: Berlin-Marzahn Ein Partnerbezirk stellt sich vor


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