 Hinter der Mühle
 Marzahn-Hellersdorfer Veranstaltungskalender
Heimatverein Marzahn-Hellersdorf e.V.
Spendenaufruf! An alle Mühlenfreunde
Die Mühle in Alt-Marzahn
Marzahner Bockwindmühle
Ev. Dorfkindergarten
Freiwillige Feuerwehr Marzahn
Jugendfeuerwehr Marzahn
 Reinhard Hoßfeld
|
| Erntefest in Alt-Marzahn 08.-10. Sept. 2006 |
[...14. September 2006] |
| Volksfest vom KulturGut bis zur Bockwindmühle und ein 105jähriges "Geburtstagskind" |
|
[Druckversion]
[Per E-Mail versenden]
|
Nachdem der Festumzug durch das alte Dorf Marzahn auf dem Festplatz angelangt und danach alle Reden geredet waren und allen und jedem gedankt, dem zu danken war oder dem man glaubte danken zu müssen, nachdem das Bierfaß angestochen
und der erste Gerstensaft in durstige Kehlen rann sowie die ersten Garben symbolhaft zu Stroh gedroschen, begeisterten die Kinder des evangelischen Dorfkindergartens die zahlreich erschienenen Zuschauer. Sie eröffneten das kulturelle Programm
der "Erntefestspiele".
Als der Festumzug begann und erst recht, nachdem das Erntefest offiziell eröffnet, wurde es voll auf der Straße des alten Dorfes, Massen von Festbesuchern bewegten sich
an den zahlreichen Ständen entlang oder hörten einfach den kulturellen Darbietungen zu, hielten dort mal an oder da, trafen diesen oder jenen Bekannten,
interessierten sich für kulinarische und künstlerische Angebote aus Nah und Fern - es wimmelte an Menschen, die Dorfstraße 'rauf und 'runter, ebenso an der Marzahner Bockwindmühle, in Höfen, die ihre Tore für Besucher
öffneten und für die Kleinsten gab es am Fuße der Mühle den wohl unvermeidlichen Rummel. Und wer wollte, konnte seinen Luftballon auch an der offenen Tür des
neueröffneten Bestattungsinstituts bekommen. Alt-Marzahn sah Besucherscharen, von denen die "Plattenspieler" eine Woche zuvor nur träumen konnten. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, als wäre Alt-Marzahn der kulturelle Mittelpunkt des gesamten Ortsteils Marzahn, dessen heimliche "Magistrale".
|
|
|
Im KulturGut und nicht allein dort hofften Handwerker und Künstler, Abnehmer für ihre Produkte zu finden. Bildende Kunst, Gemälde, Bücher warteten darauf, den Besitzer zu wechseln. Vereine nutzten das Erntefest, um mit ihren Informationsständen vor Ort zu sein.
Es gab einheimischen Honig und holzgeschnitzte Kunstwerke aus dem fernen Kenia. Fischräucherer, Waffelbäcker, Wursthersteller, Gurkenanbauer, Weinhändler,
Spezialbierbrauer und viele andere fanden den Weg zum Alt-Marzahner Erntefest.
|
|
Es gab am Erntefest-Sonnabend noch einen zweiten Umzug. Die Freiwillige Feuerwehr Marzahn feiert in diesem Jahr ihr 105jähriges Bestehen. Die Jugendfeuerwehr Berlin-Marzahn wurde vor 15 Jahren gegründet.
Die Feuerwehrleute gestalteten aus diesem Anlaß einen Umzug, an dem sich 45 historische Fahrzeuge beteiligten. Sie standen in der Straße Hinter der Mühle, bewegten sich ein Stück über die Landsberger Chaussee -
und bogen an der Kreuzung unterhalb der Marzahner Mühle in die Raoul-Wallenberg-Straße ein. Sie sollten wiederkehren - an ihren Ausgangsort zurück; und die wenigen Leute, die an der Kreuzung
standen, rätselten, aus welcher Richtung sie denn kommen und wann.
|
|
Nicht allein deshalb, weil sie hoch oben auf einer Anhöhe steht und weithin sichtbar ist, stand die Bockwindmühle im Zentrum des Alt-Marzahner Erntefestes in diesem Jahr. Bei einem Unwetter im Sommer hatte eine gewaltige Wasserhose
einen der Flügel auseinander gerissen. Dem Müller und einem weiteren Mitglied des Mühlenvereins gelang es zwar, die Mühle zu retten, aber sie konnten nicht verhindern,
daß sie plötzlich "vom Wasser eingehüllt" waren, "wie in einem Wasserfall! Mit ungeheurer Gewalt wurde das Flügelkreuz bei fest geschlossener Bremse gedreht und mit splitterndem Krachen fegte ein 7m mal 1,40m langes Flügelfeld, ein sog. Hinterheck, im Stück an uns vorbei. Es segelte regelrecht herunter, denn die Klappen hatten sich zu einer Fläche geschlossen, bis es dicht neben uns knallend auf dem Pflaster des Mühlenberges zerschellte. Was sonst noch mit herunterkam, wurde erst eine Weile später sichtbar.
Ergebnis des Wütens von vielleicht einer halben Stunde: ein Flügel zerstört, einer stark beschädigt, die beiden anderen unsicher. Sachschaden so an die 10 - 15 000 €". (Zitiert aus dem Spendenaufruf von Müller J. Wolf An alle Mühlenfreunde)
|
Text und Fotos: Reinhard Hoßfeld
|
|