
Geschichte(n)

Klaus Teßmann
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"Denn solcher Unfug hat Methode"
Karikaturausstellung in der Galerie OstArt in Lichtenberg
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Mit dem Gedanken "Denn solcher Unfug hat Methode" schloss Jurek Becker sein Vorwort zum einzigen gesammelten Werk von Willy Moese, das 1972 beim Eulenspiegelverlag erschienen ist. Obwohl das kleine Büchlein "Zum Beispiel Fünflinge" schnelle vergriffen war, meist "unter dem Ladentisch" verkauft wurde, gab es nie eine Nachauflage. Aber auch das hatte Jurek Becker in seinem Vorwort schon befürchtet. |
| Willy Moese veröffentlichte seine Karikaturen in Tageszeitungen, in der Wochenpost und in der NBI. 1955 kam er nach Berlin, blieb in der Hauptstadt der DDR, weil hier für ihn die Verlage dicht konzentriert lagen. Aber nicht nur politische Satire floss aus seiner Zeichenfeder, sondern Willy Moese war auch der Erfinder der Zahlenfiguren, die bei den Kindern sehr beliebt waren. Aber nicht nur in der Presse konnte man seine Werke bewundern. Er entwarf Bühnenbilder für die "Academixer" oder die "Diestel", zeichnete für die Programmhefte und machte Plakate.
Der heute 75-jährige kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Am 21. Juli 1927 erblickt er in Barcelona das Licht der Welt. Sein Vater war ein Deutscher, der nach dem ersten Weltkrieg nach Spanien zog, dort heiratete er eine Spanierin. Er bezeichnet sich als "gut gelungene Mischung" beider Charaktere. Der Vater: Wanderbursche, kaum planend, immer zufrieden, stets die Ruhe bewahrend und als Geschäftsmann immer am Existenzminimum herumnagend. Die Mutter das ganze Gegenteil: In Sachen Kultur ein Phänomen, wusste alles, kannte jeden, von enormer Aktivität, Ideen sprühend immer improvisierend. |
| 1936 kam Willy Moese nach Bayern, wo er sich auch nach 1945 als Karikaturist ausprobierte. Aber die Wege in die Verlage waren weit und so zog es ihn 1955 nach Berlin. Hier wurde "WiM" zu einem Markenzeichen. Das Haus in Kaulsdorf ist eine kleine Welt für sich. Unter schattigen Bäumen, abseits der großen Verkehrswege lebt und arbeitet er, schöpft Ideen für neue Karikaturen. Das Einfamilienhaus der Familie Moese ist ein Sammelsurium von alten |  |
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Möbeln, Einrichtungsgegenständen, Figuren, Spielzeug ... "Ich sammle nichts", erklärt Willy Moese, während er Karikaturen für seine neue Ausstellung aus großen Mappen heraussucht. Aber sein Umfeld sagt das ganze Gegenteil aus. Barbara Ehnold von der Lichtenberger Galerie OstArt ist begeistert. Sie will soviel wie möglich zusammenstellen, um es dem Publikum zu zeigen. |
| Sie möchte einen Querschnitt von alten und neuen Zeichnungen, sprüht über vor Ideen, um den Künstler mit seinem Publikum zusammenzubringen. Welche der vielen Ideen sich realisieren lässt, wird sich während der zweimonatigen Ausstellung zeigen.
Am 9. Januar, 19 Uhr, wird die Ausstellung mit Karikaturen von Willy Moese in der Galerie "OstArt" in der Giselastraße in Lichtenberg eröffnet. Galerie OstArt, Giselastraße 12, Ausstellung vom 10.1. bis 6.3. 2003, Öffnungszeiten: sonnabends von 13 bis 17 Uhr, montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr. (Nähe S-Bahnhof Nöldnerplatz) |
Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.
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