 Helle Mitte
 Marzahn-Hellersdorfer Veranstaltungskalender
 Reinhard Hoßfeld
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| Feuriges brasilianisches Temperament im winterkalten Hellersdorf |
[...24. Januar 2006] |
| Banda Furiosa, Capoeira, Tangará, Anastácia Azevedo, Ajaduo |
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"Ritmo do Brasil" vom 20. bis 22. Januar 2006: Ein brasilianisches Feuerwerk heißer Samba-Rhythmen, furioser Trommelklänge, faszinierender tänzerischer Akrobatik und lyrisch-sanfter Melodien
vermittelten den Besuchern der Hellen Passage am Fritz-Lang-Platz und auch gegenüber, im Atrium, einen kleinen Einblick in die kulturelle Vielfalt des fünftgrößten
Landes der Erde.
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Banda Furiosa
Es wurde getrommelt und gepfiffen - in einer Lautstärke, die einen HNO-Arzt, sollte einer unter den anwesenden Besuchern gewesen sein,
sicher zu einem Stirnenrunzeln veranlaßt hätte. Furios der Auftakt der Trommlerband, die 1994 gegründet wurde und zu der heute, wenn sie in voller Besetzung antritt, 25 Musiker gehören sowie
zwei Tänzer und eine Sängerin (in Hellersdorf erschien die Banda Furiosa bei weitem nicht in voller Besetzung - und selbst das reichte für ein leichtes Beben des Passagenfahrstuhls). Profi-Musiker und Laien haben sich in der Band zusammengefunden, Brasilianer und Deutsche, Spanier und Italiener, die sich zweimal wöchentlich zu Proben treffen.
Die Ensemble-Mitglieder der Banda Furiosa leben in Berlin. Bei öffentlichen Veranstaltungen jeder Art, in Berlin und anderswo in Deutschland, ob auf Straßenfesten, privaten Partys oder beim Karneval der Kulturen trommeln sie, strotzend vor Energie,
ihr fröhliches rhythmisches Repertoire. |
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Capoeira
Dem Trommelfeuerwerk der Banda Furiosa folgte eine Darbietung der Capoeira, einer Mischung von Tanz und Akrobatik, begleitet von Musik und (schon etwas leiseren) Trommelklängen.
Die Besucher konnte sich versetzt fühlen in den Bundesstaat Bahia im Norden Brasiliens und ein wenig den kalten europäischen Winter vergessen. Die Urform der Capoeira, ein ursprünglich ritueller Tanz, ist
afrikanischen Ursprungs. Diese brachten Angehörige der Bantustämme mit, die vor ca. 300 Jahren von den Portugiesen als Sklaven aus Gegenden, die heute zu Angola gehören,
via Lissabon nach der damaligen portugiesischen Kolonie Brasilien verschleppt wurden. Vor allem im Bundesstaat Bahia, wo Sklaven afrikanischer Herkunft auf riesigen Zuckerrohrplantagen zu schuften gezwungen wurden, entwickelte sich die Capoeira
als eine Art tänzerische Selbstverteidigungstechnik. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Tanzen der Capoeira schwer bestraft, das Verbot galt bis 1937. Heute gibt es in Brasilien zahlreiche Capoeira-Projekte. Viele Straßenkinder erhalten hier eine Möglichkeit,
sich Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl vermitteln zu lassen, wobei sie ihren Körper besser kennen und beherrschen lernen. Bewegung, Gesang und Musik verschmelzen in der Capoeira zu einer harmonischen Einheit.
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Tangará
In phantastischen Kostümen zeigten sich die brasilianischen Tänzerinnen und Tänzer von Tangará BrasilDance, der ersten privaten Tanzschule für brasilianischen Tanz in Berlin. Anmut und Temperament, Rhythmus und Farbenpracht, Tanz und Musik: die Besucher fühlten sich für eine Weile
versetzt in die Stadt, die von 1763 bis 1960 die Hauptstadt der Bundesrepublik Brasilien war: nach Rio de Janeiro, weltberühmt durch den Karneval. In Workshops waren die Besucher der Hellen Mitte aufgefordert, ihre Samba zu erlernen. Wenn interkulturelle Integration immer so einfach wäre ... Das Wort Samba stammt übrigens aus einer angolanischen
Sprache (Semba). Als traditioneller Tanz afrikanischer Herkunft entstand der Samba zunächst in Bahia. Von dort brachten ihn Anfang des 20. Jahrhunderts afrobrasilianische Migranten nach Rio de Janeiro. Heute ist der Samba ein Markenzeichen Brasiliens und dank des Karnevals weltberühmt geworden. Auch der Fußball kam nicht zu kurz. Kein Wunder, kommen doch die Sambatänzerinnen aus dem Land des fünffachen
Fußballweltmeisters. Sicher drücken sie ihrer Selecção kräftig die Daumen, damit der Pokal der FIFA weitere vier Jahre in Brasilien bleibt.
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Das Tanzstudio Tangará BrasilDance gibt es seit dem Jahre 2002. Auftritte im Fernsehen, auf Messen und Großveranstaltungen, Film- und
Videoaufnahmen sorgten dafür, daß der Name bereits einen guten Klang besitzt. Das Tanzstudio bietet allen Tanzbegeisterten die Möglichkeit,
brasilianische Tanzkultur zu erlernen und zu erleben.
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Anastácia Azevedo
Anastácia Azevedo singt und komponiert. Geboren wurde sie in Brasilien. Dort wuchs sie auch auf. Heute wohnt sie in Berlin. In ihrer brasilianischen Heimat studierte sie Musik an der Universität in Fortaleza.
In den Jahren 1991 bis 1996 erhielt sie an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin eine Ausbildung als Gesangssolistin. Bereits in den 1980er Jahren, als sie in Fortaleza studierte, trat sie gemeinsam mit dem Gitarristen und Komponisten
Zé Eugênio in Clubs der Stadt und ihrer Umgebung auf. Im Jahre 1989 beschlossen Anastácia und Zé Eugênio, ihre Heimatstadt Fortaleza, die im Nordosten Brasiliens liegt, zu verlassen und nach Berlin zu gehen.
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Ajaduo
Der Name des Duos entstand aus den Anfangsbuchstaben der Namen der beiden Musiker - Abrão und Jabuti. Ajaduo verkörpert die
Vielfalt brasilianischer Musik. Ajaduo will zeigen, daß sich mit Brasilien mehr verbinden läßt als Karneval und
paradiesische Strände. In ihren Liedern verbinden Abrão und Jabuti Traditionelles und Gegenwärtiges, ihre eigenen lateinamerikanischen Wurzeln mit
den Erfahrungen, die das Leben in der europäischen Großstadt Berlin bietet.
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Bleibt zum Schluß nur noch zu sagen: Muito obrigado pelo "Ritmo do Brasil" - vielen Dank für den "Rhythmus aus Brasilien".
Text-Quellen:
www.furiosa-samba-band.de
www.capoeira.de/capoeira/capoeira.html
www.tangara-brasilevents.de
www.anastacia-azevedo.de
www.jabutiband.de/29792.html?*session*id*key*=*session*id*val*
www.tangara-brasildance.de/
www.tangara-tanzstudio.de/
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