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Klaus Teßmann


Schöne Bilder und harte Kritik

[...14. Oktober 2004]

Pflanzen- und Tierwelt im Wuhletal soll erhalten bleiben

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Seit gut einem viertel Jahrhundert ist der Kaulsdorfer Heino Mosel im Wuhletal unterwegs. Er hat mit seiner Kamera die Veränderungen in der Landschaft dokumentiert als der Klärwerksableiter von Falkenberg bis zur Wuhlemündung in die Spree gebaut wurde. Heute ist er dabei, die Veränderungen aufzunehmen, die sich aus dem Wassermangel ergeben.

"Die Natur hat gar keine Zeit sich zu wandeln, sie wird laufend umgestaltet", meint der engagierte Naturschützer. Deshalb nennt er seinen Vortrag auch "Wuhletal - Bilder einer Landschaft in der Umgestaltung". Er möchte an die Leistungen des ehemaligen Amtsleiters von Marzahn Gerd Steinberg erinnern, der vor zehn Jahren "mehr oder weniger illegal begonnen hatte, in der Wuhle am Kienberg ein Stausystem einzurichten." Nur durch dieses Überstauungsgebiet kann sich der Wasserstand in der Wuhle südlich des Kienbergs noch halten.

Kritisch setzt sich Heino Mosel mit den Umweltpolitikern von Senat und Bezirk auseinander. "Sie sehen das Wuhletal immer nur unter dem Aspekt des Landschaftsschutzes und der Erholung", meint Heino Mosel. "Aber das Wuhletal ist mehr, es gibt viele Biotope, in denen sich 42 Tierarten angesiedelt haben, die vom Aussterben bedroht sind." Er nennt die Rohrweihe, Knäkenten und Beutelmeise als Beispiele. Mosel fordert von der Politik, mehr für den Erhalt dieser Biotope zu tun, dazu sind die Politiker durch das Berliner Naturschutzgesetz verpflichtet. "Alle bleiben beim Landschaftsschutz stehen, um den Naturschutz machen sie einen Bogen", kritisiert Mosel die Berliner Politik. Der Naturschutz geht einen Schritt weiter als der Landschaftsschutz.

Heino Mosel
Seit einem viertel Jahrhundert dokumentiert der engagierte Naturschützer Heino Mosel aus Kaulsdorf die Veränderungen entlang der Wuhle.

Die angekündigten Maßnahmen zur Renaturierung des ehemaligen Klärwerksableiters kommen Mosel viel zu langsam in Gang. "Das Wasser liegt rund einen Meter unter dem natürlichen Niveau", Mosel befürchtet, daß immer mehr Wasser aus der Fläche abfließen wird, so daß es für einige Biotope zu spät ist, wenn die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Er steht auch auf dem Standpunkt, nicht mehr benötigte Flächen für Kitas oder Schulen am Rande des Wuhletals wieder an die Natur zurückzugeben.

Bisher wurden auf solchen Flächen acht neue Wohngebiete angelegt. Als Beispiele nennt er die ehemaligen Kitastandorte im Kummerower Ring oder am Wuhlgarten. Auch in Kaulsdorf- und Biesdorf-Süd entstehen direkt an der Wuhle neue Wohnanlagen. Mosel fordert von den Kommunalpolitikern, "sich mehr mit dem Gedanken des Naturschutzes vertraut zu machen". Er fordert einen Verbund zwischen den Biotopen entlang des Ufers und über die Wiesen, damit die Pflanzen- und Tierwelt im Wuhletal erhalten bleibt.

Heino Mosel wird mit seinem Vortrag "Wuhletal - Bilder einer Landschaft in der Umgestaltung" am Donnerstag, 28. Oktober, im Gründerzeitmuseum Mahlsdorf zu Gast sein. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung des Heimatvereins und des Fördervereins Gutshaus Mahlsdorf e.V., Beginn 19 Uhr, der Eintritt ist frei. In der historischen Mulackritze hält der Gutshausservice kleine Speisen und Getränke bereit.

Am Sonntag, 31. Oktober, stellen Dr. Sabine Kadow und Harald Kintscher den neuen Heimatkalender "Links und rechts der Wuhle" für das Jahr 2005 vor, Beginn 18 Uhr, Eintritt frei.

Gründerzeitmuseum Mahlsdorf, Hultschiner Damm 333, Telefon 5678329.

Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.

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