|
Zum ersten Mal nach den Paralympics von Athen tritt die Olympiasiegerin und Weltmeisterin Marianne Buggenhagen in der Öffentlichkeit auf. Gemeinsam mit ihrem Trainer Bernd Mädler stellt sie sich im Kaulsdorfer "Haus am Niederfeld" den Fragen der Fangemeinde.
Sie wird von den schönen Eindrücken in der Olympiastadt berichten, vom harten Training und von den Wettkämpfen in der internationalen Arena. Seit ihrer Kindheit ist der Sport eine Herausforderung für Marianne Buggenhagen. Sie betrachtet den Sport auch als Möglichkeit, in viele Länder reisen zu können. Seit 1969 ist sie beim Leistungssport, wurde wegen ihrer Körpergröße zum SC Dynamo Berlin, Sektion Volleyball delegiert. Doch nach einer schweren Krankheit ist die Sportlerin seit 1976 auf den Rollstuhl angewiesen. Deshalb begann sie 1977 mit dem Behindertensport, um sich fit zu halten und die neue Lebenssituation besser zu bewältigen.
Nach der Rehabilitation begann sie dann 1989 mit dem Leistungssport. In den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und Mehrkampf holte Marianne Buggenhagen mehrere Medaillen bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und den Paralympics. 1994 wurde sie dann zur "Sportlerin des Jahres" bei der ARD gewählt. 1996 erschien ihr erstes Buch. Seit 1989 - als sie als erstes an der Weltmeisterschaft in Holland teilnahm - kann die Sportlerin auf viele Erfolge verweisen: 3 Paralympics, 4 Weltmeisterschaften und 3 Europameisterschaften.
Für die 51 jährige Marianne Buggenhagen waren die Paralympics im September in Athen die vierten Olympischen Spiele im Behindertensport. Nach diesen Wettkämpfen hat sie ihre Goldmedaillenbilanz auf insgesamt neun erhöht. Am 19. September erzielte sie im Kugelstoßen mit 9.06 Meter einen neuen fabelhaften Weltrekord. Seit Jahren hatte sie sich an die 9 Meter-Marke herangearbeitet, war schon ganz verzweifelt, weil sie diese Marke einfach nicht knacken konnte. Der Trainer Bernd Mädler tröstete sie, die 9 Meter heben wir uns für Athen auf - und dann passierte es tatsächlich.
Zwar wurde Marianne Buggenhagen mit dieser Weltrekordweite nur Zweite, die Tschechin Jana Fesslova erzielt Gold, mit nur 6,86 m. Hier wird auch das Problem des Behindertensports sehr deutlich: Er will niemanden ausschließen, allen eine Chance geben, egal ob sie querschnittsgelähmt, kleinwüchsig oder blind sind. Gleichzeitig muß der Sport auch fair sein, er kann im Wettkampf nur Sportler gegeneinander antreten lassen, deren Handicaps vergleichbar sind. Deshalb gibt es in jeder Disziplin viele verschiedene Startklassen - und folglich auch mehrere Goldmedaillengewinner. Für Marianne Buggenhagen nahm der Kugelstoßwettbewerb dann doch noch ein gutes Ende: Nach dem Wettkampf wurde Jana Fesslova in eine andere Startklasse eingestuft, Buggenhagen war plötzlich Siegerin.
Am 24. September erzielte sie im Diskuswerfen ebenfalls einen neuen Weltrekord mit 27.57 Metern. Daß sie trotz Weltrekord "nur" Zweite wurde, liegt ebenfalls an den Besonderheiten der Startklassen beim Behindertensport (unterschiedliche Handicaps werden in eine Gruppe zusammengefasst).
Mittwoch, 20. Oktober, 16.00 Uhr, Haus am Niederfeld in Kaulsdorf, Am Niederfeld, Telefon 4751180, Eintritt 3,50 Euro, weitere Infos:
www.marianne-buggenhagen.de
|