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Die Bürgerinitiative "An der Feuerwache" hat ihr Ziel erreicht. Nach drei Jahren intensiver Bemühungen ist am 19. Oktober um 17 Uhr der feierliche 1. Spatenstich für das Nahversorgungszentrum an der Poelchaustraße. Nach diesem Erfolg wendet sich die Bürgerinitiative jetzt neuen Problemen im Wohngebiet zu. Angriffspunkt sind die neuen Fahrpläne und Streckenführungen der BVG, die unter dem wohlklingenden Titel "BVG 2005 plus" am 12. Dezember eingeführt werden sollen.
Hauptvorwurf der Bürgerinitiative ist es, daß die BVG an den Interessen der Einwohner vorbeigeplant hat. Sie wollen nicht alle 4 Minuten zum Alexanderplatz fahren können, sondern ohne große Fußwege und ohne umsteigen die Zentren im Bezirk erreichen.
Der Vorstandsvorsitzende des BVG Andreas Graf von Arnim hat in einem dreiseitigen Brief auf die Kritik der Bürgerinitiative geantwortet. Darin preist er die neuen Verbindungen an, daß die Einwohner nun mit der Linie 191 eine bessere Verbindung zum Bahnhof Wuhletal und zum S-Bahnhof Marzahn haben werden. Unberücksichtigt lässt der Chef der BVG die Tatsache, daß die meisten Einwohner nun die doppelten oder sogar dreifachen Fußwege zur nächsten Haltestelle haben.
Auch die Kritik, daß jetzt viele Fahrziele nur noch durch Umsteigen zu erreichen sind und damit die Kurzstrecke nicht mehr gilt, läßt er unberücksichtigt. Auch die Aussage über die Einführung von Sozial-, Senioren- oder Arbeitslosentickets befriedigt die Bürgerinitiative nicht. Der BVG-Chef ist der Meinung, daß "sich keine Aussagen mehr für das Unterschreiten einer bestimmten Einkommensgrenze ableiten" lassen. Er stellt aber in Aussicht, daß "die Möglichkeit für die Einführung einer Sozialkarte ab 1.1.2005 geprüft" wird.
Die Sprecherin der Bürgerinitiative stellt dem entgegen, daß sie selbst von den ständigen Preiserhöhungen betroffen ist, inzwischen 64 Euro für eine Monatskarte bezahlen muß, statt früher 40 Euro. "Am 1. Januar 2005 erwartet mich das Arbeitslosengeld II, von dem ich mir auch diese Karte nicht mehr leisten kann." Der Bürgerinitiative geht es "um die Erhaltung und Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf und zu unserem Nachbarbezirk Lichtenberg."
Dabei sind die Bus- und Straßenbahnlinien 194 und 195, 6, 7, 17, 18 wichtig. Jedes Umsteigen kostet mehr Geld, weil damit der Kurzstreckentarif nicht mehr gilt. Außerdem fordert die Bürgerinitiative die Rücknahme der 2-Euro-Tickets für eine einfache Fahrt. Die Einstellung aller Sozialtickets ist für die Betroffenen nicht nachvollziehbar, meint Karin Dalhus; "Hier erleben wir, dass sich Senat und BVG gegenseitig und fortwährend den Schwarzen Peter zuschieben." Sie fordert eine "vernünftige Regelung zur Sicherung der Mobilität einkommensschwacher und einkommensschwächster Bevölkerungsschichten".
Da die Antwort des BVG-Chefs für die Bürgerinitiative nicht befriedigend war, hat sich die Sprecherin Karin Dalhus erneut an den Peditionsausschuß des Abgeordnetenhauses gewandt. Dort lag die Beschwerde aus Marzahn schon einmal, der Ausschuß hat sich damit aber gar nicht weiter befasst. Weil die BVG an die Bürgerinitiative geschrieben hatte, geht der Peditionsausschuß davon aus, "dass damit die Eingabe ihre Erledigung gefunden hat, und haben die Beratungen zu Ihrer Petition damit abgeschlossen." Das wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative nicht so hinnehmen und haben sich am 29. September erneut an die Abgeordneten gewandt.
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