 Ahrensfelder Terrassen
 WebCam auf die "Ahrensfelder Terrassen"
 Klaus Teßmann
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Die Einwohnerversammlung in Marzahn-Nord am 29. September gestaltete sich ganz anders, als es sich die Bewohner vorgestellt hatten. Die für sie wichtigste Frage - die Umgehungsstraße für Ahrensfelde - wurde ausgeklammert und auf den 13. Oktober, 18.30 Uhr, in der Selma-Lagerlöf-Schule, Wörlitzer Straße, verschoben. Die Begründung war einleuchtend - es ist keine Planung des Bezirks, sondern der Länder Berlin und Brandenburg und zu dieser öffentlichen Sitzung im Oktober werden von beiden Ländern die Verantwortlichen für die Planung erscheinen.
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Eine Bemerkung konnte sich aber Baustadtrat Svend Simdorn (CDU) nicht verkneifen, "die jetzt geplante Variante entspricht nicht meinen Intentionen". Er ist gegen die Umgehungsstraße im Zuge der Klangdorfer Straße und favorisiert die alte Planung aus DDR-Zeiten durch die Wuhletalstraße, Kemberger Straße, an Eiche vorbei zur B 158 und damit zur Autobahn.
Simdorn meinte, "diese Planung würde die Probleme am besten lösen."
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Bürgermeister Dr. Uwe Klett (PDS) hatte den Stadtteil Marzahn-Nord-West als etwas besonderes herausgestellt. Bürgerinitiative und der Wunsch nach Mitgestaltung ist hier anders als in anderen Teilen des Bezirks. Er stellte die Frage nach der strategischen Entwicklung des Teils von Marzahn, der nördlich des Seelgrabens liegt.
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 Marzahn-Nord wird ein Vorzeigeprojekt für die Zukunftsfähigkeit der Plattenbauten. |
Die Entwicklung wird in Zukunft noch mehr von der Lage direkt an der Stadtgrenze im Übergang zum Land Brandenburg geprägt werden. Das Dorf Ahrensfelde liegt praktisch auf der anderen Straßenseite. Zwischen Bürgerinitiativen von Ahrensfelde und Marzahn-Nord gibt es schon eine Zusammenarbeit. Durch ihre Aktionen sollten sich die Bürgermeister beider Seiten noch mehr herausgefordert fühlen. Klett räume Fehlentscheidungen auf beiden Seiten ein, die sich weder Brandenburg noch Berlin aus finanzieller Sicht leisten können.
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So werden in Ahrensfelde Kindergärten gebaut, während sie in Marzahn-Nord abgerissen werden. Klett forderte "mehr in die Zukunft zu denken". Der Bezirk hat sich dafür entscheiden, die Lebensfähigkeit in Marzahn-Nord zu stärken, dazu gehört es auch, öffentliche Einrichtungen zu erhalten, die man sich aus finanzieller Sicht eigentlich gar nicht mehr leisten könnte. Die Ahrensfelder Terrassen bezeichnete Klett als "ein Beispiel dafür, daß die Platte zukunftsfähig umgebaut werden kann. Es ist ein Vorzeigeprojekt."
Sozialstadträtin Dagmar Pohle (PDS) machte auf die vielen Probleme aufmerksam. Es ist der jüngste der neun Stadtteile mit einem Durchschnittsalter von 34,6 Jahren. Im Stadtteil leben 4,9 Prozent Ausländer und ein hoher Anteil Spätaussiedler, die statistisch nicht zu erfassen sind. Die Region hat aber auch den höchsten Anteil an Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen. Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen muß von Sozialhilfe leben.
Auseinandersetzung mit zwei Vertretern der BVG prägten den Abschluß der Einwohnerversammlung. Die Marzahner sehen nicht ein, daß sie ihre normalen Wege nach dem 12. Dezember nur noch mit Umsteigen erreichen können. Die Metrolinie waren für sie völlig uninteressant, weil sie nicht zum Alex wollen, sondern nach Hohenschönhausen zum Prerower Platz, weil sie nur dort einkaufen können.
Dorthin fährt aber kein Bus mehr, sondern man muß jetzt in Falkenberg in die Straßenbahn umsteigen. Hauptkritikpunkt - mehrmaliges Umsteigen verlängert die Fahrzeiten, beim Umsteigen gilt die Kurzstrecke nicht - also wird Bahnfahren teurer.
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Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.
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