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Schloß Biesdorf
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Klaus Teßmann


Weißenseer Handwerker arbeiten für das Schloss Biesdorf

[...09. März 2004]

Modell konnte an Stiftung übergeben werden

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Der Besucher ist überrascht, wenn er Steinbildhauerwerkstatt Hoferick in der Weißenseer Behaimstraße betritt. Hier sieht es aus wie in einem Museum. Aber die Steinbildhauer und Restauratoren brauchen diese "Anschauungsstücke" für ihre tägliche Arbeit.

Andreas Hoferick hat diese Werkstatt 1995 gegründet und eine Gruppe von Fachleuten um sich gescharrt. Seit dem Sommer 1996 sind sie auch als Fachbetrieb in der Berliner Handwerksrolle eingetragen. "Wir beschäftigen uns mit Steinbildhauerei, klassischer Rekonstruktion in der Denkmalpflege und Restaurierung von Kulturgut aus Stein, Stuck und Keramik", berichtet Andreas Hoferick.

Insgesamt hat er fünf freie Mitarbeiter um sich versammelt, die auch alle Hände voll zu tun haben.

Yury Krasnikow erledigt die letzten Feinarbeiten an dem Gipsmodell, bevor es an die Gießerei übergeben wird.
Yury Krasnikow erledigt die letzten Feinarbeiten an dem Gipsmodell, bevor es an die Gießerei übergeben wird.

Aufträge bekamen sie von der Stadt Leipzig, dort arbeiteten sie an einer Figurengruppe am Neuen Rathaus. Ihre Arbeiten stehen auf dem Pfingstberg in Potsdam und im Wörlitzer Park.

Josef Batzhuber vom Landesdenkmalamt und Max Borchardt
Josef Batzhuber (links) vom Landesdenkmalamt und Max Borchardt betrachten das fertige Modell des Ziergitters für das Schloss Biesdorf.

Aber auch in Berlin sind die Restauratoren tätig. Die von ihnen restaurierte Gedenksäule von Friedrich II. können die Besucher im Volkspark Friedrichhain bewundern.

In den vergangenen Wochen stand eine Arbeit für das Schloss Biesdorf im Mittelpunkt der Restauratoren. Der Bildhauer Peik Wünsche hat nach alten Vorlagen ein Ziergitter für den Ostflügel dieses Biesdorfer Wahrzeichens geschaffen.

"Die Fotos waren nur eine grobe Vorlage", berichtet der Restaurator. In den vergangenen sechs Wochen hat er an dem Modell für das Gitter gearbeitet, das in wenigen Wochen die Terrasse an der Parkseite des Schlosses begrenzen wird.

"Ich musste viel auf Erfahrungen zurückgreifen", erläutert Peik Wünsche, denn von den Originalen hat trotz intensiver Suche nichts mehr angefunden.

Der Bildhauer und Restaurator Peik Wünsche hat das Modell für das Ziergitter geschaffen.
Der Bildhauer und Restaurator Peik Wünsche hat das Modell für das Ziergitter geschaffen.

Und so musste Peik Wünsche vergleichen, wie andere Ziergitter ausgesehen haben, die vor über 100 Jahren für solche Villen gebaut wurden. Dabei kam ihm seine fünfzehnjährige Berufserfahrung zu gute. Am vergangenen Freitag (27. März) war das Modell für das Ziergitter fertig. Es konnte an den Auftraggeber - die Stiftung Ost-West Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V. - übergeben werden.

Nun steht das Modell in der Kunstgießerei von Max Borchardt in Schönermark bei Kyritz. Bis Ende April will der Meister vier Ziergitter aus Bronze gießen, die dann pünktlich zur Eröffnung der neu geschaffenen Freitreppe am Schloss Biesdorf am 8. Mai die denkmalgerechte Restaurierung der Ostseite abschließen werden.

Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.