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Im Gründerzeitmuseum Mahlsdorf
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Charlottes Erbe kommt zurück...
Ein Leben für und in der Gründerzeit
"Hochzeit in der Gründerzeit"

Klaus Teßmann


Die Spur des Steines

Ein würdiges Denkmal für Charlotte von Mahlsdorf


Am letzten Sonntag im August (24. 8.) soll vor dem Gründerzeitmuseum in Mahlsdorf ein Gedenkstein für Charlotte von Mahlsdorf enthüllt werden. Bis es so weit ist, müssen noch einige Voraussetzungen geschaffen werden.
Der aus rotem Sandstein gefertigte Sockel hat seine Reise aus Neukölln in Richtung Mahlsdorf begonnen. Bis Mitte Juni stand er auf dem St. Thomas Friedhof in der Herrmannstraße 79-83. Carl-Peter Steinmann und seine Mitstreiter von der „Interessengemeinschaft Historische Friedhöfe Berlin“ haben den Stein dort Anfang des Jahres entdeckt und waren der Auffassung, das dies ein würdiges Denkmal für Charlotte von Mahlsdorf ist. Carl Peter Steinmann und Charlotte von Mahlsdorf
Foto: Es ist eine historische Aufnahme. Sie entstand am 28. März 2002 auf dem Französischen Friedhof in der Liesenstraße. Dort trafen sich Carl-Peter Steinmann und Charlotte von Mahlsdorf am Grab von Theodor Fontane. Wenige Tage später, am 30. April 2002 verstarb Charlotte von Mahlsdorf.
Gedenkstein  für Charlotte von Mahlsdorf „Noch wissen wir wenig über diesen Stein“, meint der Historiker Carl-Peter Steinmann. „Wir wissen nur, dass er über 100 Jahre als ist, aber höchstens 138 sein kann, da der Friedhof im Jahre 1865 angelegt wurde.“ Carl Peter Steinmann hofft aber noch darauf, dass er in alten Kirchenunterlagen Angaben zu dem Stein finden wird.
Seit Ende Juni steht das Denkmal nun in der Steinmetzwerkstatt „Natur & Kunst“ in Berlin Karlshorst. Auch der erfahrene Steinmetz Bernd Dubke kann nach einer ersten oberflächlichen Besichtigung noch keine Angaben zum Alter des Steins noch über den Bildhauer machen. Es war zwar früher üblich, dass die Bildhauer ihr Werk signierten, aber weder auf dem Stein, noch auf dem Fundament kann Bernd Dubke ein Signum finden. Aber sein Interesse ist dadurch angestachelt, und so hofft der Steinmetz, dass ihm andere Kollegen und Restauratoren helfen können. Bernd Dubke
In der Werkstatt soll der Stein in den nächsten Wochen fachgerecht gesäubert und konserviert werden. Die Karlshorster Steinmetze haben Erfahrungen mit solchen Arbeiten. Schließlich ist es ein Traditionsbetrieb, der zu den ältesten Firmen des Bezirkes Lichtenberg gehört. Die heutige GmbH wurde am 21. November 1911 neben dem Friedhof in Karlshorst gegründet. Der Steinmetz Leonhard Kobra erhielt vor 93 Jahren als erster Steinmetz die Gewerbeerlaubnis. Er verkaufte 1945 sein Geschäft an den Bildhauer Wilhelm Maier, bei dem der heutige Geschäftsführer der GmbH vor 32 Jahren gelernt hat. Aus dem Steinmetzbetrieb wurde schließlich 1958 die Produktionsgenossenschaft des Handwerks und 1990 dann eine GmbH. Die Firma besitzt viele Erfahrungen bei der Sanierung von solchen alten Steinmetzarbeiten. Das haben sie unter anderem bei der Sanierung von Grabanlagen auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee bewiesen.

Bernd Dubke hofft auf Unterstützung durch den Restaurator Carlo Wloch aus Weißensee. Gemeinsam wollen sie erforschen, wer den Stein bearbeitet hat und vor allem, wer der Auftraggeber gewesen ist.

Bis zur feierlichen Enthüllung des Denkmals am 24. August hoffen alle Beteiligten, dass sie mehr über die Geschichte des Gedenksteins wissen.

 

Klaus Teßmann ist Journalist und Inhaber der PR Agentur Wortsalat und arbeitet aktiv im Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. (auch bekannt als "Gründerzeitmuseum"). Er schreibt regelmäßig für verschiedene namhafte Zeitungen der Region.