Aktuellste Nachrichten

30.11.2014 19:12

Wanderungen durch die Barnimer Feldmark

Wanderleiter Frank Beiersdorff stellt einen Regionalpark bei Berlin vor

Zur für dieses Jahr letzten Veranstaltung der Reihe "Durch die Barnimer Feldmark" begrüßte Wanderleiter Frank Beiersdorff am 20. November dreizehn jung gebliebene Seniorinnen auf einer kleinen Tour rund um Tiefensee am Gamengrund.

Beiersdorff führt als "Dienstleister für den aktiven Ruhestand" regelmäßig Wandergruppen und Busreisende zu den schönsten und interessantesten Plätzen in Berlin und Umgebung und darüber hinaus.

Die Reihe "Durch die Barnimer Feldmark" stellt einer von acht Regionalparks vor, die sternenförmig rund um Berlin liegen.

Die Regionalparks sollen im sogenannten engen Verflechtungsraum Tourismus und nachhaltige Entwicklung verknüpfen oder einfacher gesagt den Hauptstädtern und ihren Gästen die stillen Schönheiten der Nachbarn fast vor der Haustür näher zu bringen. Diesen Schönheiten liegen im Falle der "Barnimer Feldmark"  vor allem in langen Alleen zum Teil mit Obstbäumen, Hecken, Feldgehölzen, Kleingewässern, eiszeitlichen Rinnen, die das Land durchfurchen, alten Angerdörfern mit Feldsteinkirchen, an manchen Stellen im eigenartigen Kontrast zur Silhouette der Großstadt, insbesondere zu den Großsiedlungen Hohenschönhausen, Marzahn und Hellersdorf....

Immerhin umschließt die "Barnimer Feldmark" auch die "Berliner Dörfer" Wartenberg, Falkenberg, Marzahn sowie den früheren Gutsbezirk Hellersdorf.
Diesmal geht es aber nach "j.w.d.". Tiefensee liegt nicht nur schon weit außerhalb der Stadt, es hat auch seine eigene Geschichte.

Der Ort am "Depen See", gemeint ist der tief gelegene Gamensee, kam erst um die vorletzte Jahrhundertwende zu einiger Berühmtheit. Nach Eröffnung der Wriezener Bahn 1898 begannen sich Berliner, zunächst waren es Wanderer durch den Gamengrund und einzelne Sommerfrischler, sich für den stillen Ort im Walde zu interessieren. Diese Entwicklung bewirkte, dass man 1925 eine eigene Gemeinde bilden konnte. Der verdienstvolle erste Bürgermeister des Ortes Emil Kalliebe ist bis heute allgegenwärtig, seine Nachfahren betreiben bis heute die ansässige Gärtnerei.

Wanderungen durch die Barnimer FeldmarkDie Wanderer entdeckten aber auch einige weitere Originale und Besonderheiten des heutigen Tiefensee. Die überlebensgroßen Skulpturen des Litauers Ivanovs, das "kleinste Sägewerk Brandenburgs", die Geschichte um den Gutspark und den seinerzeitigen Inhaber de Grueters zum Beispiel. Von den Schweinepfühlen ging es zum Dorfende und schließlich hinunter zum Mittelsee und Gamensee. Oberhalb des Gamensees, dort wo jetzt "Country Camping" geboten wird, befand sich einst einer der größten Jugendherbergen Brandenburgs, die den Kriegswirren zum Opfer fiel.

Dann ging es entlang des Gamensees. Hier wurde an den Sozialdemokraten und Mitverschwörer des 20 Juli 1944 Adolf Reichwein erinnert, der von 1933 bis 1939 als beliebter Dorfschullehrer mit ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden in Tiefensee wirkte, erinnert. Der Gamengrund ist eine mehr als 40 km lange Schmelzwasserrinne und bietet selbst ausführlichere Möglichkeiten zum Wandern zwischen Bad Freienwalde und Falkenberg (Mark) einerseits und Strausberg andererseits.

Diesmal aber ging es ja "nur" um Tiefensee, so dass der Weg der Wanderer vom Südende des Gamensees durch die Heide wieder zurück zum Dorf führte.

In den 1920er Jahren entwickelte sich Tiefensee vor allem dank der Heiratsmärkte am Himmelfahrtstag zu einem Anziehungspunkt. Zeitweise gab es sieben Gaststätten am Ort. Heute kann man zwischen dem Imbiss am Bahnhof der Draisinen, einer neuen Attraktion seit der Stilllegung der Wriezener Bahn, und dem "Neuen Spitzkrug" gegenüber wählen.

Wanderungen durch die Barnimer FeldmarkDort kehrten auch die zufriedenen Wanderfreunde und -freundinnen ein. Frank Beiersdorff bietet mehrmals in der Woche Stadtspaziergänge, Wanderungen, Bahntouren sowie gelegentlichen Ausflugsfahrten mit Bussen bzw Kleinbussen an.

Ab einer angemessenen Mindestteilnehmerzahl können die meisten Angebote auch zu gesonderten Terminen von Gruppen verschiedener Art nachgebucht werden
Auskünfte unter Tel. 030 9938521 bzw. E-Mail: frank.beiersdorff@remove-this.freizeitservice-berlin.de oder siehe unter freizeitservice-berlin.de

Die Wanderserie "Durch die Barnimer Feldmark" wird am 29. Januar 2015 fortgesetzt. Herr Beiersdorff begrüßt Interessenten um 9:30 Uhr auf dem Bahnhof Ahrensfelde zur "Kleinen Winterwanderung über Eiche nach Mehrow". Preis inkl. Führung und Besichtigungen: 5,-€ brutto.