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11.11.2013 17:59

IGA im Dialog

Am 7. November 2013 fand im Freizeitforum Marzahn eine Informationsveranstaltung der IGA Berlin 2017 GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf statt. Sie diente der Information der Anwohner und anderer Interessierter über den Planungsstand und den weiteren Ablauf der Vorbereitung der IGA 2017 auf dem Gelände der Gärten der Welt und angrenzender Bereiche des Wuhletales und des Kienberges.

Herr Schmidt und Frau Langsch von der IGA Berlin 2017 GmbH luden per Powerpoint-Präsentation zu einem virtuellen Spaziergang über das Gelände der IGA ein, beginnend am U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße. Obwohl viele der Anwesenden die Ausstellung mit den Wettbewerbsentwürfen, darunter auch die Pläne des Siegerentwurfs, gesehen hatten, wurde mit dieser Präsentation doch Vieles erst wirklich anschaulich.

Die Reaktionen aus dem Publikum machten deutlich, dass die Mehrheit der Anwesenden klar hinter dem Projekt IGA 2017 in Marzahn-Hellersdorf steht und darin eine große Chance zur Aufwertung des Bezirkes in der öffentlichen Wahrnehmung sieht. Die „Macher“ rechnen mit 2,4 Millionen Besuchern während der 170 Tage der IGA-Öffnung, und diese dürften größtenteils nicht aus dem Bezirk, sondern aus anderen Teilen Berlins, Deutschlands und der Welt kommen!

Aussichtsturm WolkenhainGleichzeitig hielten die Teilnehmer, ob auf dem Podium oder im Saal, aber auch nicht mit Bedenken hinter dem Berg. Die nach meiner Ansicht wesentlichsten betrafen den Umwelt- und Naturschutz sowie das Verkehrskonzept:

Unmittelbare Anrainer der Gärten der Welt befürchten eine Verschärfung der bereits jetzt gelegentlich auftretenden Belastungen durch Parkplatzsuchende im Wohngebiet. Dem konnte ein Konzept mit einem großen P+R – Parkplatz und einer Bus-Shuttleverbindung, die den Parkplatz als Ringlinie mit den IGA-Eingängen verbinden soll, entgegen gehalten werden. Zudem wird davon ausgegangen, dass etwa die Hälfte der Besucher über den U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße (dann vielleicht als Bahnhof IGA 2017?) anreisen wird und viele davon per Seilbahn von dort auf das Gelände der IGA gelangen.

An diesem Seilbahnprojekt entzündete sich eine kontroverse Diskussion, wobei nach meinem Eindruck die Hälfte der Anwesenden pro, die andere Hälfte kontra eingestellt war: Die Befürworter sehen darin natürlich einerseits eine Attraktion, aber auch ein nützliches Beförderungsmittel, auch um den Kienberg als Bestandteil der IGA für alte und gehbehinderte Menschen zu erschließen. Bedenken gab es aus Sicht der Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit, wobei versichert wurde, dass in keinem Fall das Wuhletal beeinträchtigt wird, also z.B. dort keine Stützen errichtet werden.

Einen weiteren Kritikpunkt stellte der vorgesehene Umgang mit dem Wuhlesee dar. Dieser soll im nördlichen Bereich erweitert werden (die ursprünglich vorgesehene Erweiterung auch nach Süden hat man bereits wegen Protesten fallen gelassen), und an seinem westlichen Ufer soll eine Naturschutzstation und Gastronomie errichtet werden. Hier wird vehement ein sensiblerer Umgang gefordert, die im Projekt dargestellte große Betonfläche wurde als den Naturschutzgedanken konterkarierend bezeichnet. Nach meinem Eindruck hat diese Argumentation die Verantwortlichen nicht unbeeindruckt gelassen.

Herr Gräff als der zuständige Stadtrat hat wiederholt betont, dass bei der Vorbereitung der IGA 2017 sehr sorgsam mit den Hinweisen aus der Bevölkerung umgegangen wird. So gab er sein Wort, dass  nach dem Ende der IGA die heute frei zugänglichen Bereiche des Wuhletales und der Kienberges der Bevölkerung wieder ohne Umzäunung zur Verfügung stehen werden.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden durch die IGA Berlin 2017 GmbH protokolliert und, wie auch generell der weitere Projektfortschritt, auf der Internetseite www.iga-berlin-2017.de der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darüber hinaus sind ab 2014 jährlich zwei Veranstaltungen „Bürgerdialog“ vorgesehen, bei denen der Kontakt zur Öffentlichkeit gepflegt werden soll.

Mein persönliches Fazit: Die IGA 2017 bietet für den Bezirk große Chancen, die Risiken sind beherrschbar, erfordern aber bürgerschaftliches Engagement.

 

GK 08.11.2013

 

Bild:  © geskes.hack Landschaftsarchitekten, VIC Brücken und Ingenieurbau, Kolb Ripke Architekten