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11.02.2012 14:41

Neue Technik für die Bibliotheken in Marzahn-Hellersdorf

Am 06. Februar öffnete sich die Tür zur Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“, Marzahner Promenade 52-54, 12679 Berlin (im Freizeitforum Marzahn) pünktlich um 10.00 Uhr nach 7-monatiger Schließung durch Brandschutzsanierung und zahlreicher Umbauten.


Die Bibliothek eröffnete mit einer besonderen Ausstellung und einer Konzertlesung von Barbara Thalheim. Unter dem Titel „Lose und gebundene Kunst der Edition Zwiefach“ präsentieren die Verlegerin Linde Kauert und Heinz Hellmis Werke aus ihrem Künstlerverlag.
Den Titel von Barbara Thalheim „Vorm Tod ist alles Leben“ reiht der Künstler-Verlag Edition ZWIEFACH in seine Kiebitzbuchreihe ein. In den Kiebitzbüchern kann der Leser einer Auswahl des Schaffens von Autorinnen und Autoren folgen. Ob Skriptentwürfe, Gespräche, Texte, Fotos oder Reden – alles fügt sich zu einer Hommage für den jeweiligen Autor zusammen. Der Verlag ist dem Atelier der Künstler Linde Kauert und Heinz Hellmis angeschlossen, die sich der Vermählung von Bildkunst und Wort, von Grafik und Buch verschreiben. Die Kiebitzbücher werden fast alle mit den „Bildern zur Literatur“ von Linde Kauert erweitert.
Die Ausstellung ist noch bis 29.3.2012 in der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ zu besichtigen. Bücher des Verlages sind in der Bibliothek entleihbar.
Da das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf derzeit unter „vorläufiger Haushaltswirtschaft“ arbeiten muss, konnten nur begrenzt Mittel für die Eröffnungsfeier der Bibliothek bereitgestellt werden. Der Förderverein der Bibliotheken war ebenso unter Zugzwang. Waren doch über 7 Monate keine Bücher vertrödelt worden und Einnahmen nicht vorhanden. Die Mittelpunktbibliothek „Ehm Welk“ bot sich daraufhin an, mit einem großen Medientrödel das Geld zu erwirtschaften. Am zweiten Tag des Verkaufs wurde die Bibliothek über Nacht aufgebrochen und alles Geld gestohlen. Nun war guter Rat teuer!
Hilfe kam durch eine Spende der Felix Wohnungsgenossenschaft eG, in deren Wohnung ein Mitglied des Fördervereins Stadtbibliothek Marzahn-Hellersdorf e.V. wohnt. Mit deren Unterstützung konnte am Ende eine festliche Eröffnung stattfinden.
Feierlich wurde auch der neue Bechstein-Flügel eingeweiht. Matthias Spann stellte diesen Flügel der Bibliothek kostenfrei für eine dauerhafte Nutzung zur Verfügung.
Juliane Witt, Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Weiterbildung und Kultur, dankte allen Unterstützern herzlich in ihrer Eröffnungsrede auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek.

Die größte Veränderung für die Besucherinnen und Besucher sind die Selbstverbuchungsautomaten, mit denen sich die Bibliothek internationalen Standards annähert. In den kommenden Monaten werden alle Bibliotheken im Bezirk mit dieser Technik ausgestattet.
Das Projekt "TENIVER - Technologische Innovation in der Informationsversorgung" zur Einführung der RFID-Verbuchung in allen öffentlichen Bibliotheken Berlins und der Zentral -und Landesbibliothek wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung - EFRE), dem Land Berlin, den Berliner Bezirken sowie der Zentral- und Landesbibliothek finanziert.

Für diese RFID-Technik (radio-frequency identification) mussten alle Medien umgearbeitet werden. Sie erhielten kleine Sendeantennen, damit sie von den Verbuchungsautomaten erkannt werden. Im Falle der Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ bedeutete das hunderte schwere Kisten wochenlang durch verschiedene Räume des Freizeitforums und der Bibliotheksbüros zu schleppen. Etwa 76000 Printmedien und 26000 sogenannte Non-Book-Medien (also alles, was nicht Buch ist) wurden bearbeitet. Über die Wochen und Monate haben die Bibliotheksmitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzungsweise 40 Tonnen Gewicht hin und her bewegt.
Die ersten Tage zeigten, dass die Besucher sich mit den Automaten zunehmend anfreunden. Noch läuft nicht alles reibungslos, aber das wird sich in den nächsten Wochen rasch bessern, wenn alle Medien in Bewegung sind. In der Anfangsphase steht Fachpersonal den Besuchern an den Automaten zur Seite.
Die neue Technik hilft, einseitige Arbeiten zu erleichtern. Dadurch werden Freiräume geschaffen für andere Aufgaben in der Bibliothek. Letztendlich erhoffen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder mehr Zeit für die Besucher/innen zu haben aber auch für Leseförderung, für Führungen, Projekte und Veranstaltungen.
Öffnungszeiten: Mo, Die, Do, Fr 10-19:30 Uhr, Mi 14-19.30 Uhr, Sa 10-14 Uhr
Mehr zu den Aktivitäten der Bibliotheken in Marzahn-Hellersdorf finden Sie unter
www.stb-mh.de.